Die Bundestagswahl 2017: Auf wen sollten die Anleger hoffen?

Am 24. September ist es soweit, die Deutschen wählen einen neuen Bundestag. Die Frage ob Angela Merkel Kanzlerin bleiben wird oder ob Martin Schulz demnächst das wichtigste Amt Deutschlands be-kleiden wird, beschäftigt die Medien nun schon seit Monaten. Die meisten Beobachter erwarten einen Sieg der Amtsinhaberin. Folgt man einem weit verbreiteten Klischee, dass konservative Regierungen besser für die Marktentwicklung seien, so wäre es auch für die Anleger besser, wenn Angela Merkel noch weitere vier Jahre regieren würde.
In der vorliegenden Research Note analysieren wir, ob es historisch tatsächlich von Bedeutung war, wer im Kanzleramt das Sagen hatte. Zunächst werden wir aufzeigen, wie sich der Markt insgesamt in den verschiedenen Regierungsphasen der letzten 50 Jahre verhalten hat. Um den Kanzlereffekt näher herauszuarbeiten, werden wir abschließend noch die direkte Reaktion des Marktes auf unterschiedli-che Wahlergebnisse untersuchen.

 

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Selektion aktiver Fonds: Sind teure Fonds tatsächlich besser oder kosten Kosten nur Rendite?

Das Thema Fondskosten wird innerhalb der Medien ausführlich diskutiert. Gerade die ETF-Industrie hat die Thematik für sich entdeckt: Sie preisen passive Indexprodukte an, bei denen die Zusammensetzung der Portfolios einfach auf der Marktkapitalisierung der jeweiligen Firmen beruht, als kostengünstige Alternative zum aktiven Fondsmanagement. Viele Investoren fürchten jedoch diese „naive“ Portfoliozusammenstellung. Sie denken noch mit Grauen an das Platzen der Technologieblase, als die großen Indizes eine hohe Gewichtung in Technologieaktien aufwiesen und man als „passiver“ Investor Anfang des letzten Jahrzehnts einen beachtlichen Teil seines Vermögens verlieren konnte. Derart geprägte Investoren möchten daher Produkte kaufen, bei denen sie wissen, dass sich jemand aktiv um ihre Vermögensanlage kümmert.

Bei der Auswahl der aktiv gemanagten Produkte stehen sie allerdings vor einem Entscheidungsdilemma: Einerseits wissen sie, dass hohe Kosten direkt ihre Performance reduzieren. Anderseits wird häufig suggeriert, dass hohe Kosten mit hoher Managementqualität einhergehen – d.h. Fonds mit der höchsten Kostenbelastung werden angeblich auch am besten gemanagt. Im Folgenden versuchen wir Anlegern eine Entscheidungshilfe an die Hand zu geben, indem wir die Performance von teuren und günstigen aktiv gemanagten Fonds miteinander vergleichen. Sollten die teuren Fonds besser abschneiden, so könnten hohe Fonds tatsächlich eine Indikation für ein gutes Fondsmanagement darstellen. Ist dies nicht der Fall, so verursachen hohe Kosten lediglich eine Reduktion der zu erwartenden Rendite und sind daher zu vermeiden.

Unsere Untersuchung ist wie folgt aufgebaut: Die Stichprobe unsere Analyse sind insgesamt 305 aktiven Europa-Aktienfonds der Lipper Peer Group Aktien Europa, welche einen Track Record von mindestens fünf Jahren vorweisen. Diese Fonds haben wir basierend auf dem Total Expense Ratio in drei Gruppen unterteilt: Fonds mit geringer, mittlerer und hoher Gesamtkostenquote. Die untenstehende Abbildung zeigt die durchschnittlichen Renditen des jeweils teuersten und günstigsten Drittels der aktiven Fonds über die vergangenen fünf Jahre.

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Abbildung 1:        Tägliche Renditeentwicklung zweier Fonds-Portfolios – Fonds mit hoher Gesamtkostenquote und Fonds mit geringer Gesamtkostenquote – basierend auf der Lipper Peer Group Aktien Europa über einen Zeitraum von fünf Jahren (Januar 2012 bis Januar 2017).  Quelle: Thomson Reuters / eigene Berechnungen.

Es ist auffallend, dass günstige Fonds eine deutliche Outperformance gegenüber Fonds mit einer hohen Kostenbelastung aufweisen. In den vergangenen fünf Jahren erzielte das Drittel der teuersten Fonds eine Rendite von 54,0 % während das Drittel der günstigsten Fonds eine Rendite von 62,4 % erwirtschaften konnte – ein Unterschied von immerhin 8,4 Prozentpunkten bzw. 1,7 Prozentpunkten pro Jahr. Die Aussage, dass hohe Kosten im Durchschnitt mit hoher Managementqualität einhergehen, kann somit nicht bestätigt werden. Vielmehr zeigen unsere Ergebnisse, dass hohe Kosten im Durchschnitt eine Reduktion der zu erwartenden Rendite nach sich ziehen. Bei der Auswahl der besten Fonds sollte somit neben Faktoren wie der vergangenen Rendite und dem Risiko auch die Kostenbelastung des Fonds beachtet werden – ganz im Sinne eines guten Preis-Leistungsverhältnisses.

Aber Vorsicht: Dieses Ergebnis bedeutet nicht, dass alle teuren Fonds schlecht und alle günstigen Fonds gut sind. Innerhalb der Peergroup existieren eine Reihe an teuren Fonds, welche eine hohe Outperformance besitzen und berechtigterweise hohe Kosten haben – bspw. weil die Aktienauswahl auf einer sehr arbeitsintensiven Analyse beruht. Fonds mit einer hohen Kostenbelastung sollten jedoch nur dann vom Investor gewählt werden, wenn dieser vom Managementansatz des Fondsmanagers absolut überzeugt ist und die hohen Kosten auch gerechtfertigt sind.

Besser getrennt? Die Art der Abspaltung bestimmt den Investmenterfolg

Bei Metro bricht eine neue Zeitrechnung an: Das Konsumelektronikgeschäft wird vom Lebensmittelhandel getrennt und soll demnächst unter dem Namen Ceconomy firmieren. Viele Anleger hoffen, dass die beiden Einzelunternehmen sich stärker auf ihren jeweiligen Markt fokussieren können und dadurch in Zukunft wieder höhere Wachstumsraten aufweisen werden. Die Zeichen verdichten sich, dass weitere größere Abspaltungen in der nahen Zukunft folgen könnten. So wird Siemens potentiell seine Medizintechniksparte an die Börse bringen. Auch bei der Deutschen Bank wird immer wieder spekuliert, dass das Fondsgeschäft demnächst unter der Flagge DWS eigene Wege gehen wird.

Während die Berichterstattung sich sehr auf die strategischen Vorteile der Abspaltungen konzentriert hat, stellte die technische Vorgehensweise häufig nur eine Randnotiz dar. Bei Metro wird die Abspaltung bspw. wie folgt durchgeführt: Das Großhandelsgeschäft von Metro Cash & Carry sowie der Lebensmittelhandel von Real werden in die neue Metro AG abgespalten. Der bisherige Konzern wird als Ceconomy AG weiterbestehen. Im Zuge der Abspaltung erhalten die Aktionäre für jede Aktie des bisherigen Konzerns eine Aktie der abgespaltenen Gesellschaft ins Depot gebucht.

Diese Form der Abspaltung, bei der die Trennung in Form einer Aktiendividende erfolgt, wird in der Finanzliteratur als „Spin-off“ bezeichnet. Prominente Beispiele für Spin-offs am deutschen Aktienmarkt waren die Loslösung von Uniper von E.ON sowie die Abspaltung von Osram vom Siemens-Konzern. Neben dem klassischen Spin-off existiert noch eine weitere Art der Trennung – der sogenannte „Equity Carve-out“. Hierbei verkauft der Mutterkonzern einen Teil der Tochtergesellschaft im Zuge eines Börsengangs (Initial Public Offering bzw. „IPO“) über die Börse und erzielt einen Emissionserlös, behält jedoch üblicherweise die Mehrheit der Aktien. Prominente Beispiele für Equity Carve-outs sind die Börsengänge von Innogy nach der Trennung von RWE sowie der IPO von Covestro nach der Loslösung vom Bayer-Konzern.

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Kosten kosten Rendite! Einfluss der Gesamtkostenquote auf die Fondsrendite

Das Thema Fondskosten wird innerhalb der Medien ausführlich diskutiert. Gerade die ETF-Industrie hat die Thematik für sich entdeckt: Sie preisen passive Indexprodukte an, bei denen die Zusammen-setzung der Portfolios einfach auf der Marktkapitalisierung der jeweiligen Firmen beruht, als kosten-günstige Alternative zum aktiven Fondsmanagement. Viele Investoren fürchten jedoch diese „naive“ Portfoliozusammenstellung. Sie denken noch mit Grauen an das Platzen der Technologieblase, als die großen Indizes eine hohe Gewichtung in Technologieaktien aufwiesen und man als „passiver“ Inves-tor Anfang des letzten Jahrzehnts einen beachtlichen Teil seines Vermögens verlieren konnte. Derart geprägte Investoren möchten daher Produkte kaufen, bei denen sie wissen, dass sich jemand aktiv um ihre Vermögensanlage kümmert.
Bei der Auswahl der aktiv gemanagten Produkte stehen sie allerdings vor einem Entscheidungsdi-lemma: Einerseits wissen sie, dass hohe Kosten direkt ihre Performance reduzieren. Anderseits wird häufig suggeriert, dass hohe Kosten mit hoher Managementqualität einhergehen – d.h. Fonds mit der höchsten Kostenbelastung werden angeblich auch am besten gemanagt. Mit dieser kurzen Studie versuchen wir Anlegern eine Entscheidungshilfe an di Hand zu geben, indem wir die Performance von teuren und günstigen aktiv gemanagten Fonds miteinander vergleichen. Sollten die teuren Fonds besser abschneiden, so könnten hohe Fondskosten tatsächlich eine Indikation für ein gutes Fonds-management darstellen. Ist dies nicht der Fall, so verursachen hohe Kosten lediglich eine Reduktion der zu erwartenden Rendite und sind daher zu vermeiden.

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Der Fall Innogy: Die Art der Trennung ist wichtig für die zukünftige Rendite

Jetzt geht es auf Schlag auf Schlag! Im September feierte E.Ons Tochter Uniper ihr Börsendebüt. Jetzt folgt RWE und bringt Anfang Oktober seine Tochtergesellschaft Innogy an die Börse. Was auf den ersten Blick sehr ähnlich aussieht, könnte unterschiedlicher kaum sein. E.On hat in Uniper das klassische Versorgergeschäft gebündelt: Die konventionellen Kraftwerke, den Energiegroßhandel sowie die Gasproduktion. Innogy hingegen umfasst all die Bereiche des RWE Konzerns, welche als besonders zukunftsträchtig gelten. Dies sind insbesondere das Geschäft mit erneuerbaren Energien sowie die lukrativen Stromnetze.

Nicht nur im Geschäftsmodell, sondern auch in der Art der Abspaltung unterscheiden sich Uniper und Innogy erheblich:  Bei Uniper erfolgte eine vollständige Abspaltung in Form einer sog. Aktiendividende, bei der jeder bestehende Aktionär neue Aktien der Tochtergesellschaft erhält und die Muttergesellschaft keinen Emissionserlös erzielt. Diese Form der Abspaltung wird in der Finanzliteratur als „Spin-off“ bezeichnet. Beim Börsengang (IPO) von Innogy handelt es sich um einen sog. „Equity Carve-out“. Hierbei verkauft der Mutterkonzern einen Teil der Tochtergesellschaft im Zuge eines IPO über die Börse und erzielt einen Emissionserlös, behält jedoch üblicherweise die Mehrheit der Aktien.

Diese Unterschiede sind nicht unerheblich, da die Kapitalmarktforschung gezeigt hat, dass der langfristige Erfolg der Tochterunternehmen entscheidend von der Art der Abspaltung abhängt. In unserer Research Note vom 06.09.2016 haben wir ausführlich erläutert, warum eine Investition in Spin-offs im langfristigen Durchschnitt sehr gewinnbringend sein kann. Für Equity Carve-outs gilt dies nicht in gleicher Weise. Im Folgenden werden wir die durchschnittlichen Renditen von Equity Carve-outs detailliert beschreiben und mögliche Erklärungsansätze für die im Schnitt niedrigen Renditen liefern.

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Die US-Präsidentschaftswahl: Wer wird es werden? Auf wen sollten die Anleger hoffen?

Am 8. November ist es soweit: Die US-Amerikaner wählen ihren neuen Präsidenten. Die Frage ob die Demokratin Hillary Clinton oder der Republikaner Donald Trump demnächst das wichtigste Amt der Welt bekleiden wird, beschäftigt die internationalen Medien nun schon seit Monaten. Viele Beobach-ter glauben, dass der alte Slogan von Ex-Präsident Bill Clinton – „It’s the economy, stupid“ – auch heute noch gilt, d.h. je nach Einschätzung der wirtschaftlichen Lage werden die Wähler entscheiden, ob sie den Demokraten oder Republikanern ihre Stimme geben. Gemäß dieser Logik sollte die Ent-wicklung des US-Aktienmarkts – als Indikator für die Situation der gesamten Volkswirtschaft – Rück-schlüsse auf die Chancen der beiden Kandidaten erlauben. Im ersten Teil unserer Research Note ana-lysieren wir, wie hoch der Einfluss der Entwicklung des Kapitalmarktes bzw. der Volkswirtschaft auf das spätere Wahlverhalten der Amerikaner tatsächlich in der historischen Betrachtung war.
Bei den Präsidentschaftswahlen geht es aber natürlich nicht nur um die Ist-Situation, sondern v.a. auch um die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung. Beide Seiten – sowohl die Demokraten als auch die Republikaner – argumentieren, dass von der Wahl das Wohl und Wehe der gesamten amerikani-schen Volkswirtschaft abhängt. Im zweiten Teil unsere Research Note analysieren wir daher, ob es historisch tatsächlich von Bedeutung war, ob ein Demokrat oder Republikaner das Präsidentenamt bekleidete und wenn ja, warum dem so gewesen sein könnte.

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