Zinserhöhung und der US-Aktienmarkt

Viele Experten rechnen damit, dass die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) im Dezember den Leitzins erstmals anhebt und weitere Erhöhungen schrittweise folgen sollten. Was passiert nun, wenn die Zinsen in den USA erstmals seit langer Zeit wieder steigen? Viele Anleger befürchten, dass eine Straffung der Geldpolitik die Finanzmärkte im Allgemeinen und riskante Anlageklassen wie Aktien im Besonderen deutlich belasten könnte.

Um dies näher zu hinterfragen, haben wir die Auswirkungen der historischen Zinserhöhungszyklen in den USA auf die Finanzmärkte analysiert. Seit 1980 gab es dort insgesamt sechs derartige Zyklen. Sie dauerten im Durchschnitt 14 Monate, in welchem die US-Notenbank ihren Leitzins um durchschnittlich 2,8 Prozentpunkte anhob. Der letzte Zinserhöhungszyklus ging Juni 2004 bis Juni 2006. Hierbei erhöhte die Fed den Leitzins schrittweise von 1,00 % auf 5,25 %.

Interessant ist die Reaktion der Aktienmärkte während der jeweiligen Zinsanhebungszyklen. Die untenstehende Abbildung zeigt wie sich der US-Leitindex S&P 500 in den zwölf Monaten nach der ersten Zinserhöhung entwickelt hat. Die Ergebnisse zeigen, dass die Befürchtungen vieler Investoren nicht durch die Daten gestützt werden. Die vergangenen Zinserhöhungen der US-Notenbank hatten im Durchschnitt keine negativen Auswirkungen auf den amerikanischen Aktienmarkt. Im Gegenteil, während der ersten zwölf Monate nach der ersten Zinserhöhung ist der S&P 500 sogar um durchschnittlich 11,4 % gestiegen.US Aktienmarkt nach FED Zinserhöhungen

Quelle: Thomson Reuters Datastream / eigene Berechnungen

US-Aktien haben somit die vergangenen Zinserhöhungszyklen sehr gut verkraftet. Eine Betrachtung der volkswirtschaftlichen Stressphasen zeigt ebenfalls, dass diese nicht durch die Verschärfung der Notenbankpolitik verursacht wurden:

In den vergangenen 30 Jahren verzeichnete die US-Volkswirtschaft drei schwere Rezessionen (1990/91, 2001, 2008/09) mit entsprechenden Aktienmarktverlusten. Keine dieser Rezessionsphasen begann allerdings während oder direkt im Anschluss an einen Zinserhöhungszyklus.

Zusammenfassend lässt sich folgendes festhalten: Viele Anleger befürchten, dass eine Straffung der Geldpolitik die Aktienmärkte deutlich belasten wird. Eine Analyse der historischen Zinserhöhungszyklen der US-Notenbank zeigt aber, dass diese Sorge unbegründet ist. Deshalb ist es für Investoren ratsam, bei einer Einleitung der Zinswende durch die Fed nicht panisch die Aktienmärkte zu verlassen, sondern ihre Aktienquote gemäß ihrer persönlichen Risikopräferenzen auszurichten. Dies sichert langfristig den größten Investmenterfolg.

Source For Alpha hat bereits die Auswirkungen von Zinserhöhungen auf den US-Aktienmarkt studiert und die Ergebnisse in einer Research-Note hier kostenlos bereitgestellt. Wir laden Sie ein dort weiterzulesen, wenn Sie mehr über die Entwicklung der Aktienmärkte nach Zinserhöhungen lernen möchten. Bitte nehmen Sie bei Fragen gerne mit uns Kontakt auf.