Nebenwerteaktien: Nichts für den Jahresendspurt?

Viele Anleger schwören darauf, dass eine Investition in Nebenwerte auf lange Sicht deutlich höhere Renditen mit sich bringt. Die Betrachtung der historischen Ergebnisse gibt ihnen in der Tat Recht. So weist beispielsweise der DAX seit Januar 1988 – dem Start des deutschen Leitindex bei 1.000 Punkten – eine durchschnittliche jährliche Rendite von 8,6 % auf. Der deutsche Nebenwerteindex MDAX konnte in der gleichen Zeitspanne mit durchschnittlich 11,3 % pro Jahr deutlich mehr erwirtschaften. Ein ähnliches Bild zeigt sich für die gesamte Eurozone durch einen Vergleich von Euro Stoxx 50 und Euro Stoxx Small Cap. Seit Indexstart am 26.02.1998 konnte der Euro Stoxx 50 eine Rendite von 2,9 % pro Jahr erwirtschaften während der Euro-Nebenwerteindex Euro Stoxx Small Cap im gleichen Zeitraum eine deutlich höhere durchschnittliche Rendite von 4,5% erzielte. Diese Überrenditen unterliegen jedoch erheblichen saisonalen Schwankungen. Im Folgenden werden wir diese Saisonalitäten und ihre mögliche Ursachen näher betrachten.

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Die US-Präsidentschaftswahl: Wer wird es werden?

Am 8. November ist es soweit: Die US-Amerikaner wählen ihren neuen Präsidenten. Die Frage ob die Demokratin Hillary Clinton oder der Republikaner Donald Trump demnächst das wichtigste Amt der Welt bekleiden wird, beschäftigt die internationalen Medien nun schon seit Monaten. Viele Beobachter glauben, dass der Wahlspruch „It’s the economy, stupid!“ auch heute noch gilt. Glaubt man diesem berühmten Slogan von Bill Clinton, so hängt die Wahlentscheidung der US-Bürger v.a. von der wirtschaftlichen Lage ab – d.h. sie werden den aktuellen Präsidenten bzw. die aktuelle Regierungspartei bestätigen, wenn es wirtschaftlich gut läuft, und sie bei einer schlechten ökonomischen Entwicklung abwählen. Um die Richtigkeit dieses Statements beurteilen zu können, haben wir die Auswirkung der Aktienmarktrendite – als Indikator für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung – auf das spätere Wahlergebnis analysiert.

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Durchschnittliche Renditen seit der vorherigen Wahl (p.a.) basierend auf der Indexentwicklung des S&P 500 in der Periode von Dezember 1912 bis August 2016. Quelle: www.stooq.com / eigene Berechnungen

 

Die obenstehende Abbildung zeigt die jeweils regierenden Präsidenten sowie die Rendite des S&P 500 in der jeweiligen Wahlperiode.Demokratische Präsidenten sind gemäß der in den USA für die Parteien üblichen Farbgebung blau und republikanische Präsidenten rot hinterlegt. In den vergangenen 100 Jahren wurde bei 15 Präsidentschaftswahlen die regierende Partei bestätigt. In 10 Fällen wurde die Regierungspartei hingegen abgewählt.

Auffallend ist, dass die Regierungspartei nur nach zwei Wahlperioden mit negativer Marktentwicklung bestätigt wurde (Franklin D. Roosevelt 1940 und George Bush Jr. 2004). In vier Fällen wurde die Regierungspartei nach schwacher Börsenphase abgewählt. Insgesamt zeigt sich, dass die Marktentwicklung einen großen Einfluss auf die spätere Wahlentscheidung hatte: Wurde die Regierungspartei bestätigt, so erzielte der S&P 500 zuvor eine durchschnittliche jährliche Rendite von 8,6%. Im Vorfeld eines Regierungswechsels betrug die jährliche Rendite hingegen durchschnittlich nur 1,6%.

Die Ergebnisse lassen daher annehmen, dass die Bürger in schlechten Marktphasen eine deutlich höhere Tendenz dazu haben, die Regierungspartei abzuwählen. Ein gutes wirtschaftliches Umfeld kommt hingegen eher der amtierenden Partei entgegen. Sowohl die amerikanische Volkswirtschaft als auch der S&P 500 haben sich in beiden Amtszeiten von Barack Obama gut entwickelt. Dies dürfte die Chancen von Hillary Clinton erhöhen, die nächste amerikanische Präsidentin zu werden.

Der Fall Innogy: Die Art der Trennung ist wichtig für die zukünftige Rendite

Source For Alpha Research Note (05.10.2016)

von Christian Funke (S4A), Martin Herrmann (Elisa Capital), Lutz Johanning (S4A)

Jetzt geht es auf Schlag auf Schlag! Im September feierte E.Ons Tochter Uniper ihr Börsendebüt. Jetzt folgt RWE und bringt Anfang Oktober seine Tochtergesellschaft Innogy an die Börse. Was auf den ersten Blick sehr ähnlich aussieht, könnte unterschiedlicher kaum sein. E.On hat in Uniper das klassische Versorgergeschäft gebündelt: Die konventionellen Kraftwerke, den Energiegroßhandel sowie die Gasproduktion. Innogy hingegen umfasst all die Bereiche des RWE Konzerns, welche als besonders zukunftsträchtig gelten. Dies sind insbesondere das Geschäft mit erneuerbaren Energien sowie die lukrativen Stromnetze.

Nicht nur im Geschäftsmodell, sondern auch in der Art der Abspaltung unterscheiden sich Uniper und Innogy erheblich:  Bei Uniper erfolgte eine vollständige Abspaltung in Form einer sog. Aktiendividende, bei der jeder bestehende Aktionär neue Aktien der Tochtergesellschaft erhält und die Muttergesellschaft keinen Emissionserlös erzielt. Diese Form der Abspaltung wird in der Finanzliteratur als „Spin-off“ bezeichnet. Beim Börsengang (IPO) von Innogy handelt es sich um einen sog. „Equity Carve-out“. Hierbei verkauft der Mutterkonzern einen Teil der Tochtergesellschaft im Zuge eines IPO über die Börse und erzielt einen Emissionserlös, behält jedoch üblicherweise die Mehrheit der Aktien.

Diese Unterschiede sind nicht unerheblich, da die Kapitalmarktforschung gezeigt hat, dass der langfristige Erfolg der Tochterunternehmen entscheidend von der Art der Abspaltung abhängt. In unserer Research Note vom 06.09.2016 haben wir ausführlich erläutert, warum eine Investition in Spin-offs im langfristigen Durchschnitt sehr gewinnbringend sein kann. Für Equity Carve-outs gilt dies nicht in gleicher Weise. Im Folgenden werden wir die durchschnittlichen Renditen von Equity Carve-outs detailliert beschreiben und mögliche Erklärungsansätze für die im Schnitt niedrigen Renditen liefern.

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