Der Fall Uniper: Die Historie zeigt, dass sich ungeliebte Töchter deutlich besser entwickeln als erwartet

Source For Alpha Research Note (06.09.2016)

von Christian Funke (S4A), Dieter Helmle (Capitell), Lutz Johanning (S4A)

Am 12. September 2016 ist es soweit: Der Energiekonzern E.On will seine abgespaltene Tochter Uniper an die Börse bringen. In ihr hat der Konzern seine konventionellen Kraftwerke, den Energiegroßhandel sowie die Gasproduktion gebündelt. Die Trennung erfolgt hierbei wie folgt: Zunächst gibt E.On 53 % der Uniper-Anteilsscheine in Form einer Aktiendividende ab – für jeweils 10 E.On Aktien erhalten die Aktionäre je eine Aktie des neuen Uniper-Konzerns. Die verbliebenen 47 % können je nach Marktentwicklung in den nächsten Jahren über die Börse abgegeben werden.
Ein großer Teil der Marktakteure hofft bereits auf eine gute Kursentwicklung wie zuletzt bei der Abspaltung von Osram durch Siemens im Sommer 2013. Auch die erfolgreiche Abspaltung von Lanxess durch Bayer in 2005 ist vielen Aktionären noch in guter Erinnerung (siehe dazu die Abbildung 1).

Tägliche Renditeentwicklung der Spin-offs Osram und Lanxess über die nächsten zwei Jahre nach ihrer Abspaltung im Vergleich zum DAX 30 Performance Index

Viele Marktteilnehmer denken, dass die gute Performance dieser Spin-offs kein Zufall ist. Sie verweisen in ihrer Argumentation auf die besonderen Umständen, unter denen die Abspaltungen stattfinden: Häufig versuchen die Mutterkonzerne sich vor allem von wachstumsschwachen und nicht rentablen Tochtergesellschaften zu trennen. Der klassische Spin-off ist dabei häufig die letzte Wahl der Trennungsmethode: Er wird erst in Betracht gezogen, wenn alternative Arten der Trennung – der Verkauf an einen Wettbewerber oder ein Börsengang in Form eines IPO – gescheitert sind. Diese Umstände sorgen dafür, dass Spin-off-Unternehmen eigentlich nie überteuert auf den Markt kommen, sondern häufig sogar mit erheblichen Bewertungsabschlägen gelistet werden. Im Folgenden werden wir die durchschnittlichen Renditen von Spin-offs detailliert beschreiben und mögliche Erklärungsansätze für die im Schnitt hohen Renditen liefern.

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